Stand der aktuellen Forschung (2019)

Praktische Evidenz

in Gesundheitsförderung und Therapieunterstützung.

Die Bedeutung der Medizinischen Entspannungsverfahren entsteht aus dem Zusammenspiel von praktischer Evidenz (Gesundheitsförderung, Therapieunterstützung), traditionell gewachsenem Erfahrungsschatz und Forschungsresultaten aus spezifischen Studiendesigns.

Das wissenschaftliche Interesse am Medizinischen Entspannungszustand hat in den letzten Jahren markant zugenommen. Dies zeigt sich an der deutlichen Zunahme der Forschungsaktivitäten im Zusammenhang mit Medizinischen Entspannungsverfahren (Progressive Muskelentspannung, Autogenes Training, Achtsamkeitsmeditation): waren es 1990 gerade 55 wissenschaftliche Publikationen, 2000 noch 84, 2010 bereits 303, so sind es 2018 schon 600.

Medizinische Entspannungsverfahren führen nachweislich zu: Abnahme des neuromuskulären Tonus, periphere Gefässdilatation, Verlangsamung der Herzfrequenz, Harmonisierung der Atmung, Abnahme der Stressparameter (Sympathikusaktivität, Cortisol, ACTH, CRH u.a.), Erhöhung des Parasympthicus (HRV), immunologische Veränderungen (Abwehrzellen, Immunmodulatoren u.a.), typische Veränderungen der elektrischen Hirnaktivitäten (Alpha– und Theta-Wellen im EEG, bei Achtsamkeitstechniken zudem hochfrequente Gamma-Wellen), spezifische Blutfluss- und Stoffwechselveränderungen des Gehirns (fMRI), Ausbildung von neuen neuronalen Netzen, Verbesserung der Affektregulation und Aufmerksamkeitsfähigkeit, Modulation des Schmerzerlebens, Verbesserung der kognitiven Leistungsfähigkeit (Flexibilität, Memorisierung, Metakognition).

Mit maximaler klinischer Evidenz (Meta-Analysen, randomisiert-kontrollierte Studien) ist die Wirksamkeit von Medizinischen Entspannungsverfahren bei folgenden Störungen und Erkrankungen nachgewiesen: Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen, Schlafstörungen (primäre), Depression, Angststörungen, Substanzabhängigkeit, Essstörungen / Adipositas, Chronische Schmerzen, Spannungskopfschmerzen / Migräne, arterielle Hypertonie, koronare Herzkrankheit, Colon irritabile (Reizkolon), Neurodermitis, Glaukom, Morbus Parkinson, Alter (Lebensqualität, psychische und körperliche Funktionalität) und Adjuvanz bei Krebserkrankungen.