Stand der aktuellen Forschung (2018)

Forschungsaktivität

in der Entspannungsmedizin

Die Bedeutung der Medizinischen Entspannungsverfahren entsteht aus dem Zusammenspiel der praktischen Evidenz (Gesundheitsförderung, Therapieunterstützung), des traditionell gewachsenen Erfahrungsschatzes und der Forschungsresultate aus spezifischen Studiendesigns. Folgende Evidenz gilt als erbracht:

Abnahme des neuromuskulären Tonus, periphere Gefässdilatation, Verlangsamung der Herzfrequenz, Harmonisierung der Atmung, Abnahme der Stressparameter (Sympathikusaktivität, Cortisol, ACTH, CRH u.a.), Erhöhung des Parasympthicus (HRV), immunologische Veränderungen (Abwehrzellen, Immunmodulatoren u.a.), typische Veränderungen der elektrischen Hirnaktivitäten (Alpha– und Theta-Wellen im EEG, bei Achtsamkeitstechniken zudem hochfrequente Gamma-Wellen), spezifische Blutfluss- und Stoffwechselveränderungen des Gehirns (fMRI), Ausbildung von neuen neuronalen Netzen, Verbesserung der Affektregulation und Aufmerksamkeitsfähigkeit, Modulation des Schmerzerlebens, Verbesserung der kognitiven Leistungsfähigkeit (Flexibilität, Memorisierung, Metakognition).

Medizinische Entspannungsverfahren kommen deshalb dort primär zur Anwendung, wo Stress-, Anspannungs- und Unruhezustände eine massgebliche Rolle spielen: Stressprävention, Schlafstörungen, Burnout, Angsterkrankungen, posttraumatische Belastungssstörungen, Affektregulationsstörungen, Depressionen, psychosomatische Erkrankungen, arterieller Hypertonie, chronische Kopfschmerzen, chronischer Schmerz, Lebensqualität bei Krebsleiden. Das wissenschaftliche Interesse am Medizinischen Entspannungszustand hat in den letzten Jahren markant zugenommen. Dies zeigt sich an der deutlichen Zunahme der Forschungsaktivitäten im Zusammenhang mit Medizinischen Entspannungsverfahren (Progressive Muskelentspannung, Autogenes Training, Achtsamkeit & Meditation): waren es 1990 gerade 55 wissenschaftliche Publikationen, 2000 noch 84, 2010 bereits 303 so sind es 2017 schon 505.